07 Praxis

Deine Kaltakquise bringt keine Termine. Woran liegt das?

In den meisten Fällen liegt es nicht am Gespräch, sondern daran, dass zu wenige richtige Menschen überhaupt ans Telefon kommen. Prüfe deshalb in dieser Reihenfolge: Liste, Anrufzeit, Gesprächseinstieg, Einwandbehandlung, Nachfassdisziplin. Am Skript zu feilen, während die Liste veraltet ist, verbessert nichts.

Warum zuerst die Liste?

Weil jede Verbesserung im Gespräch wirkungslos bleibt, wenn niemand abhebt. Wenn deine Verbindungsquote unter 30 Prozent liegt, hast du kein Gesprächsproblem, sondern ein Datenproblem.

  • Direktdurchwahl statt Zentrale. Die Zentrale ist ein Filter, kein Weg.
  • Aktueller Ansprechpartner. In vielen Branchen wechseln Positionen im Zweijahresrhythmus.
  • Passende Unternehmensgröße. Je größer die Firma, desto unwahrscheinlicher, dass der Entscheider selbst abhebt.
  • Erkennbarer Anlass. Wachstum, Ausschreibung, neue Rolle, neuer Standort. Ohne Anlass ist jeder Anruf beliebig.

Wann solltest du anrufen?

In konzentrierten Blöcken statt über den Tag verteilt. Entscheider sind zu bestimmten Zeiten erreichbar, und wer in diesen Fenstern anruft, spricht mit deutlich mehr Menschen bei gleicher Anrufzahl.

Genauso wichtig ist die Wiederholung zu unterschiedlichen Zeiten. Wer immer um dieselbe Uhrzeit anwählt, erreicht systematisch immer dieselben Menschen nicht.

Wie sollte der Einstieg klingen?

Wie ein Grund, nicht wie ein Angebot. Die ersten zwanzig Sekunden entscheiden, ob weitergehört wird. Drei Dinge gehören hinein: wer du bist, warum du ausgerechnet dieses Unternehmen anrufst und was du in einem Satz willst.

Was regelmäßig scheitert: der Einstieg mit einer Nutzenfloskel, die auf jedes Unternehmen passt. Wer sagt, er helfe dabei, Umsatz zu steigern, klingt wie alle anderen. Wer sagt, er habe gesehen, dass gerade drei Vertriebsstellen ausgeschrieben sind, hat einen Anlass.

Zwei Einstiege im Vergleich
SchwachBelastbar
"Wir helfen Unternehmen wie Ihnen, mehr Umsatz zu machen.""Sie schreiben gerade zwei Vertriebsstellen aus. Deshalb rufe ich an."
"Hätten Sie kurz zwei Minuten Zeit?""Ich brauche eine Minute, dann wissen Sie, ob es für Sie relevant ist."
"Sind Sie zuständig für das Thema Vertrieb?""Entscheiden Sie selbst über externe Vertriebsunterstützung, oder jemand anderes?"

Wie gehst du mit Einwänden um?

Zuerst verstehen, dann antworten. „Kein Interesse” ist selten eine Aussage über dein Angebot, sondern eine über den Zeitpunkt und den Ton des Anrufs. Eine Rückfrage bringt mehr als jede vorbereitete Entgegnung.

Der teuerste Fehler ist Überreden. Wer einen Termin gegen Widerstand vereinbart, bekommt eine Absage kurz davor oder einen leeren Stuhl. Beides kostet mehr als das Nein am Telefon.

Warum ist Nachfassen der unterschätzte Hebel?

Weil die meisten Termine nicht beim ersten Kontakt entstehen. Wer nach einem Versuch aufgibt, verschenkt den Großteil der Liste, in die er schon Rechercheaufwand gesteckt hat.

Praktisch heißt das: Jeder Kontakt bekommt einen definierten zweiten und dritten Anlauf zu anderen Uhrzeiten, mit dokumentiertem Abstand. Ohne diese Disziplin arbeitest du dich durch eine Liste und beginnst danach mit einer neuen, statt die vorhandene auszuschöpfen.

In welcher Reihenfolge arbeitest du das ab?

  1. Verbindungsquote messen. Unter 30 Prozent: Liste überarbeiten, sonst weiter.
  2. Entscheiderquote messen. Niedrig: Nummern und Rollen prüfen.
  3. Anrufzeiten variieren und die Ergebnisse je Zeitfenster festhalten.
  4. Einstieg auf einen konkreten Anlass umstellen und zwei Wochen gegen den alten testen.
  5. Nachfassregel einführen und einhalten.

Erst danach lohnt sich Arbeit am Gesprächsleitfaden. Die Kennzahlen dazu stehen unter Wie viele Anrufe braucht ein B2B-Termin.

Häufige Fragen

Wie viele Versuche sind sinnvoll?

Drei bis fünf Anläufe zu unterschiedlichen Zeiten sind in der Praxis üblich. Danach sinkt der Ertrag deutlich, und der Kontakt sollte für einige Monate ruhen.

Hilft eine E-Mail vor dem Anruf?

Sie kann den Einstieg erleichtern, ersetzt ihn aber nicht. Beachte, dass Werbe-E-Mails im B2B rechtlich strenger geregelt sind als der Anruf. Siehe die Seite zur Rechtslage.

Was tun, wenn die Zentrale nicht durchstellt?

Den Anlass so formulieren, dass die Zentrale ihn weitergeben kann, und nach dem Namen der zuständigen Person fragen, statt nach einem Gespräch. Beim nächsten Anruf fragst du diese Person direkt.

Woran erkenne ich, dass mein Einstieg das Problem ist?

Wenn du Entscheider erreichst, aber die Gespräche in den ersten dreißig Sekunden enden. Kommt es gar nicht erst zum Gespräch, liegt es an Liste oder Anrufzeit.

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Herausgegeben von terminjagd, München. Quellen und Rechtsstand sind im Text benannt. Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung.

  • Sieben Tagevom Kickoff bis zum ersten Anrufblock
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  • Erstgespräch mit dem Gründerkein Account Manager dazwischen